Rückblick auf die Landwirtschaftsfachtagung 2017: Thema Pflanzenkohle

Geschrieben am 08.03.17 von nh

Beim Humusabbau steht die Landwirtschaft in der Verantwortung

Pflanzen und Tiere können heute nachhaltig von Krankheiten freigehalten werden. Kombinationen von effektiven Mikroorganismen, Gesteinsmehlen und Kohle sind heute „Milieusteurer“  im Pflanzenbau als auch in der Tierhaltung ; sie machten das Rosenheimer Projekt mit mehr als 1000 Bauern in Bayern zu einem Erfolg. Landwirte aus der Schweiz anerkennen die Leistung und fordern ebenfalls eine Veränderung in der Produktion.

Christoph Fischer, Chiemgau, Bayern ist der Fachmann und Referent aus Deutschland, der sich schon lange mit Fragestellungen für gesunde Pflanzen, Tiere, Nahrungs- und Futtermittel sowie Böden beschäftigt. Die Firma Niederhäuser aus Rothenburg LU organisierte diese auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Landwirtschaftstagung für Tierhalter, Ackerbauer und andere Fachinteressierte.  

Humusaufbau jetzt beginnen

Ist eine Landwirtschaft ohne Spritzmittel, Dünger und Antibiotika überhaupt möglich? Diese Frage stellen sich heute die Landwirte. Es müsse vielmehr, so Fischer, in der Landwirtschaft die Frage gestellt werden, wohin wollen wir überhaupt wachsen. „In den letzten 50 Jahren sind 50 Prozent des Humus verloren gegangen, weil der Bezug zur Natur verloren gegangen ist.“ Wir suchen heute den Wurm, der mithilft organisches Material abzubauen, aber man findet ihn nicht. Humus wird heute weggeschwemmt, sodass mit Schneepflügen die angespülte Erde entfernt werden muss. Es müssen jetzt Lösungen für Probleme gefunden werden, die den Kohlenstoff fixieren, den Stickstoff effizienter nutzen und die Nährstoffkreisläufe schliessen können, stellte Fischer richtig fest. Als eine der Hauptaufgaben muss ein aktiver und gesunder Boden in der Lage sein, grössere Wassermengen (Niederschläge) schnell aufnehmen zu können.

Pflanzenkohle breit eingesetzt bringt Vorteile

Seit Jahren arbeitet Fischer mit der Pflanzenkohle. Nach dem Prinzip der Terra Preta einer aus dem Amazonasgebiet Südamerika bekannten sehr fruchtbaren Erde zeigen sich Erfolge im Pflanzenbau wie auch in der Tierhaltung. Denn die darin enthaltene, poröse Kohle  arbeitet als Puffer.
Mit ihrer sehr grossen Oberfläche vermag die Kohle übrigens Infektionsketten zu unterbrechen oder auch Nährstoffe zu binden und damit Gerüche beispielsweise der Gülle zu reduzieren. Die behandelte Gülle unterbindet nicht nur die Ätzwirkung, sie trägt auch zum Humusaufbau bei. Mit Pflanzenkohle auf dem Acker schafft ein Landwirt beste Voraussetzungen, um über Jahrzehnte hohe Erträge erwirtschaften zu können. Die verwendete Pflanzenkohle ist zertifiziert und nach strengen Richtlinien produziert worden. Sie soll aktiv sein und den Wurzeln zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen.

Mit einem Kilo Futterkohle pro Tonne Futter oder 20 bis 50 Gramm pro Kuh und Tag lassen sich Kostenaufwände wie Tierarztkosten beträchtlich reduzieren und betriebswirtschaftliche Ergebnisse verbessern. Fischer berichtete gar von grossen Hühnerbeständen mit Fussballenproblemen in Nordrhein-Westfalen, die jetzt gelöst sind. Ein besseres Stallklima dank einem Vernebelungssystem sorgt dafür, dass nach einem Jahr ohne Mistentfernung der Stall ohne Augenbrennen betreten werden kann.

„Rosenheimer Projekt“ mit mehr als 1000 Landwirten

In keinem anderen deutschen Bundesland suchen so viele Bauern nach nachhaltigen Lösungen wie in Bayern. Mehr als 1000 Landwirte haben sich dem Rosenheimer Projekt angeschlossen, bei dem Erfahrungen bei Stammtischgesprächen ausgetauscht werden. „An solche Veranstaltungen kommen jeweils über 250 Bauern“, sagte Fischer. Die Bauern stellen ökologische Veränderungen fest und eine ökonomische Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation. Waren beispielsweise früher nur etwa 16 Regenwürmer pro Quadratmeter gefunden worden, so sind es heute bei den erfolgreichsten Bauern 450 Regenwürmer pro Quadratmeter.Ein ehemaliger, kantonaler Bauernpräsident meinte dann nach der Veranstaltung, dass es nun dringend sei, die Schweizer Landwirtschaft anders auszurichten. Es muss jetzt etwas passieren!

Christoph Fischer

Eine gute Erde muss süsslich reichen; dies ist zurückzuführen auf die Mikroorganismentätigkeit im Boden, so Fischer.

Text: Heinz Schmid

Unsere Kohle- und Fermentprodukte finden Sie hier.

Kommentare

  • Stadler Luzia schrieb:
    29. Juli 2017 um 9:01

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    Ich besitze einen grossen Garten und bearbeite ihn mit BIO Grundlagen. Ich stelle mit meinen Gartenabfällen jedes Jahr sehr viel Kompst her. Leider kommen immer wieder auch sehr vieleSchädlinge auf. Vor allem schaden sie mir, wenn ich ansäe oder auch an jungen Setzlingen. Ich möchte ihre Produkte kennen lernen. Ich würde mich auch für einen Kurs interessieren

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